{ KAMPFKÜNSTE}

Budo / Bujutsu (Weg / Kunst des Kriegers)

Wie 'martial arts' ist Budo ein Sammelbegriff für asiatische Kampfkünste und -sportarten (im engeren Sinne aber japanische); im Deutschen kann diese Synthese kriegerischer, kämpferischer und sportlicher Kunst mit keinem Wort treffend wiedergegeben werden.

Der Begriff Budo ist wie Judo, Aikido und Karatedo eine Erfindung des 20. Jahrhunderts. Im alten Japan waren mit Bujutsu (=chin. Wushu = vietn. Vo-Dao = "Kampfkünste") alle Fertigkeiten gemeint, die mit dem Kriegshandwerk in Verbindung standen, (auch Reiten, Schwimmen, das Planen von Schlachten...).

Der Begriff Do in Budo existiert als oberstes Prinzip, der "Weg" des Folgens, der "Pfad", seit uralten Zeiten im religiös-philosophischen Denken des Fernen Ostens und stimmte in allen Formen der chinesischen Wushu oder der japanischen Bujutsu überein. Der Begründer des Judo, Jigoro Kano war der erste moderne Meister der Kampfkünste in Japan, der auf seine Disziplin den Begriff Do (Weg oder Hauptprinzip) anwandte im Gegensatz zum früheren Jutsu (Kunst, Meisterschaft, Methode). Die Unterschiede zwischen Jutsu und Do kann man - mindestens in Bezug auf Japan - als eine weltanschauliche Antinomie zwischen der primären Einstellung zum Anwendungsaspekt, zur äußeren Wirkung einerseits und zur inneren Vervollkommnung, zum Erreichen des ethischen Ideals andererseits ansehen. Die Hinwendung zum auf dem Gebiet buddhistischer Gebote fast vergessenen Wort Do hat viele Ursachen. Da ist die mühsame Suche nach geistigen Werten in der Periode politischer und wissenschaftlich-technischer Veränderungen nach der Meiji-Revolution. Ferner gab es in den Jahren des militanten japanischen Nationalismus das Bestreben, die "erhabene" östliche Moral der "niederen" Moral des Westens gegenüberzustellen.

Die Technik bzw. Kunst des Kampfes, das BuJutsu, bestand vorwiegend in der Beherrschung von Waffen, allem voran dem Schwert, gefolgt von Speer, Hellebarde und Bogen(Ken-, So-, Naginata-, Kyu-Jutsu). Die waffenlosen Künste Jiu-Jitsu, Sumo und Yoroi-Kumi-Uchi (Ringen in Rüstungen) waren zweitrangig, Hilfsmittel für einen "schwarzen Tag". Kein anderes Gebiet des Bujutsu konnte unabhängig vom Kenjutsu (Schwertkampf) existieren, das Schwert wurde als "Seele des Samurai" verehrt. Im Unterschied zu China, Korea und Okinawa gab es in Japan keine Schulen für den reinen Kampf ohne Waffen. Jiu-Jitsu hatte den Charakter eines kombinierten Zweikampfes und wurde selten ohne Waffen ausgeführt. Moderne waffenlose japanische Kampfkünste ohne Anleihen aus dem Technikrepertoire des (asiatischen) Kontinents sind undenkbar.





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