{ KAMPFKÜNSTE}

Das Ringen der Götter


Auch wenn im 20.Jahrhundert Sumo ein Symbol für Japan ist, sind die Ringkampfarten Suboku in China und Shubaku in Korea entstehungsgeschichtlich zu erwähnen. Sie sind dem Sumo hinsichtlich der Schreibweise (Schriftzeichen) und innerem Gehalt verwandt. In Japan hat das Chikarakurabe ("Kräftemessen") mehr als 2000 Jahre Tradition. Um die Jahrtausendwende fand Sumo festen Eingang in das japanische Leben als demokratische Sportart ohne Standesabgrenzungen. In der langen Periode der Herrschaft des Kriegerstandes in Japan wurde Sumo vorwiegend für die praktischen Bedürfnisse der Samurai studiert und eingesetzt. So entstanden auf Grundlage des Sumo neue Zweikampfformen, aus denen schließlich vielfältige Jiu-Jitsu-Stile hervorgingen.

In der Tokugawa-Epoche (1611-186 wurde Sumo als friedlicher Sport mit insgesamt 72 Grundverfahren weiterentwickelt, Ritual und Regeln stabilisierten sich und blieben bis heute unverändert.

Sumo wird auf ca. 25 qm großen, von Reisstrohmatten umgebenen Podesten ausgetragen. Die Sumo-Meister -Rikishi - haben auf dem Scheitel zu Knoten zusammengebundene Haare und tragen als einzigen Kleidungsgegenstand einen zur Schürze um die Hüfte gebundenen 6m langen Gürtel, den Keshomawashi.

Es siegt derjenige, der den Gegner zwingt, den Boden mit einem beliebigen Körperteil zu berühren - gleichgültig ob Knie, Arm oder Kopf -, oder ihn soweit zu bringen, die Grenzen des Ringes zu verlassen. Schläge und Tritte zu Bauch und Brust sowie Angriffe gegen Gurgel oder Dammgegend sind untersagt.

Obwohl Technik zweifellos auch beim Sumo eine Rolle spielt, behält der Kämpfer mit der größeren Masse gewöhnlich die Oberhand, da Gewichtsklassen gänzlich fehlen. Dies erklärt die unglaubliche Korpulenz der Ringer, die auf ein Durchschnittsgewicht oberhalb 150 kg gemästet werden.





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