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Nunchaku

Das Nunchaku besteht aus zwei gleichlangen Stücken Hartholz mit einer Länge von 30-60cm´welche von der Unterarmlänge des Benutzers abhängen sollte. Zum äußeren freien Ende werden die Holzstücke etwas dicker, um das Gewicht in der Fliehbewegung zu vergrößern und um einen besseren Halt zu erzielen. Die beiden Teile sind durch eine ca. 10 cm lange Schnur (Himo) verbunden, die ursprünglich aus geflochtenem Rosshaar oder Reisstroh, bestand. Es werden auch Ketten (Kusari) verwendet, um ein durchtrennen mit Schneidewaffen zu verhindern.

Es gibt viele Arten des Nunchaku, die sich sowohl in Form als auch in der Länge unterscheiden. Zu den klassischen Formen gehören:

 

 

Der Ursprung des Nunchaku liegt in China. Dort verwendete man schon sehr früh Waffen aus Holz, die mit einer Kette verbunden waren. Es steht fest, dass diese Waffenformen mit dem auf Okinawa bekannten Nunchaku verwandt sind.

In China erzählt man sich die Geschichte über den Gründer der Sung Dynastie (960-1126) den Kaiser Chao-Kung Yin, der den Nunchaku (chin. Liang-je-gun) erfunden haben soll. Bevor er Kaiser wurde, war er Oberbefehlshaber der Armee und als solcher ein Genie in Kampftaktik, Strategie und den Kampfkünsten. Seine Lieblingswaffe war der lange Speer, und wann immer er Gelegenheit hatte, forderte er einen der Führungskräfte der Armee zum Zweikampf heraus. Eines Tages wurde er von einem Offizier herausgefordert, der mit einem Schwert antrat und den zukünftigen Kaiser besiegte. Er schlug während des Kampfes, den Speer des Kaisers in drei Teile. Der Kaiser nahm die drei Teile nach dem Kampf, und entwickelte einen dreiteiligen Stock, mit einer Kette zwischen den Gliedern , daraus. Später verwendete er nur zwei Teile. Diese Waffe nannte er ta-shao-tse. Nachdem er lange damit übte und sie gemeistert hatte, forderte er den Offizier erneut heraus und besiegte ihn damit. Die ursprüngliche Waffe des Kaisers bestand aus einem langen (1m) und einem kurzen (35cm) Stock , der in der Mitte mit einer Kette verbunden war. Es liegt sehr nahe, dass diese die Waffe war, die vor langer Zeit (vor 1600) von China nach Okinawa kam (Sosetsukon-Nunchaku).

Das okinawanische Wort Nunchaku bedeutet "zwei gleiche Holzteile". Nun bedeutet "identisch" chaku ist eine Maßeinheit (ca. 30cm [shaku]). Die korrekte Bezeichnung lautet Nunchaku-kon, wobei kon »Stock« bedeutet. Historisch gesehen hatten diese und ähnliche Geräte in ganz Südostasien eine große und vielfältige Bedeutung. Doch erst auf auf Okinawa wurde das Nunchaku, so wie wir es heute kennen, zur Waffe entwickelt. Gleichzeitig machte es eine Reihe von Veränderungen durch, die Hölzer wurden der Unterarmlänge des Benutzers angepasst, die Schnur oder Kette zwischen den Hölzern wurde verkürzt. Auf Okinawa wurde diese Waffe zum Reisdreschen benutzt, um sie vor dem herrschenden Satsuma-Clan, der ein Waffenverbot nach dem anderen verhängte, unter dem Deckmantel eines Bauerngerätes zu verstecken. Man begann verschiedene Techniken zu entwickeln und langsam begann sich das Nunchaku zur beliebtesten Waffe des gemeinen Volkes zu mausern.

Generell kann man mit dem Nuchaku Schwingtwechniken (furi) ausführen, oder Techniken bei denen beide Teile der Waffe in den Händen gehalten wird. Die Geschwindigkeit der Hölzer kann bis zu 240km/h, und die Aufprallwucht bis zu 725kg/cm², betragen (Der menschliche Schädel bricht bei einem Aufschlag, bei etwa 4kg/cm²). Doch dies erreichen nur sehr wenige Meister, die auch heute noch in Okinawa die Systeme geheim halten und nur Schülern lehren, die mind. Den 5. Dan erreicht haben.

Bei uns sind Nunchaku seit 1986 verboten, und fallen und das Waffengesetz. Es gibt ungefährlichere Varianten, die mit Schaumstoff ummantelt sind, welche aber auch in den verschiedenen Bundesländern, unterschiedlich erlaubt oder nicht erlaubt sind.

(Zu sportlichen Zwecken werden sie aber von den Behörden meistens toleriert).